Menu:


Riviera-Marathon Nizza-Cannes

20.11.2011

Zum Saisonabschluss hatte sich meine Trainingsgruppe dieses Jahr den Marathon von Nizza nach Cannes ausgesucht. Bei schönstem Wetter und angenehmen Temperaturen genossen wir ein schönes, verlängertes Wochenende und einen fantastischen und gut organisierten Marathonlauf von Nizza nach Cannes.

NIZZA

Eine nette Stadt, gerade richtig für ein verlängertes Wochenende. Und im November nicht mehr voller Touristen! Aber natürlich, wie alle Orte an der frz. Riviera, ziemlich teuer. Da wir zusammen in zwei größeren Apartments gewohnt haben, war aber unsere Unterkunft recht günstig.

nizza 2011

STARTNUMMERNAUSGABE

Die Startnummer gab es in einem Zelt mit einer kleinen Marathonmesse. Mit der englischen Sprache funktioniert es (wie überall in Frankreich) nur bei den kleinen Problemen , aber alle Helfer/innen war immer nett und aufmerksam, was übrigens auch für den Lauf selbst galt. Und bei Bedarf immer ein nettes "Pardon".

Was man unbedingt für JEDEN Lauf in Frankreich wissen muss: ein französiches Gesetz verlangt, dass jede/r Marathonläufer/in eine medizinische Bescheinigung vorlegt, die bestätigt, dass man für den Lauf fit ist. Ein Startpass aus dem Ausland wird nicht anerkannt!

STARTVORBEREITUNG

Wir hatten zwei Apartments ganz nahe am Start. Also morgens um 7 Uhr die Kleiderbeutel bei den LKWs abgegeben (da musste man manchmal schon etwas in der Schlange warten) und in aller Ruhe noch einmal zurück ins Apartment, um in Ruhe die letzten Geschäfte zu erledigen. Vor den Toiletten im Startbereich bildeten sich wie fast überall schnell lange Schlangen.

Es war morgens bereits angenehm warm, also kein Problem mit den Laufklamotten zum Start zu joggen (nun ja, die Bewohner Nizzas haben die Temperaturen allerdings kühler empfunden ).

marathon nizza cannes 2011 Unser Team

Am Start dann gab es einen wunderschönen Sonnenaufgang, ein paar Begrüßungsworte und einen recht unscheinbaren Startschuss um 8 Uhr - und los ging es entlang der Cote d'Azur auf eine der schönsten Marathonstrecken.

marathon nizza cannes 2011   marathon nizza cannes 2011

UNTERWEGS

Zunächst ging es mehrere Kilometer entlang der mit Palmen bestandenen Strandpromenade von Nizza. Mein Lauffreund und ich hatten uns auf einen gemeinsamen Genusslauf nach Cannes geeinigt, sind also verhalten losgelaufen. Leider konnte mein Lauffreund den größten Teil der Strecke nicht so recht genießen, da er ab 10km Magenprobleme hatte (er hat aber wie immer ohne Klagen durchgehalten und konnte ab Kilometer 32 dann den Lauf doch noch etwas genießen, weil sich der Magen etwas beruhigte).

marathon nizza cannes 2011   marathon nizza cannes 2011

Vorbei am Flughafen ging es dann Richtung Antibes. Da die direkte Verbindung nach Cannes wohl etwas zu kurz war, gab es vor Kilometer 15 eine kurze Pendelstrecke und in Villeneuf-Loubet eine kuriose Pendel- und Kreisstrecke, auf der teilweise gleich drei verschiedene Laufspuren nebeneinander her führten. Der dortige Ferienwohnungsbau war riesig und hässlich, aber trotzdem hätte ich mir dort wohl nicht mal das kleinste Apartment leisten können. Leider war hier auch der Straßenbelag recht holperig und uneben, so dass sich die Beine zum ersten Mal deutlich beschwerten .

marathon nizza cannes 2011   marathon nizza cannes 2011

Danach folgte eine lange Strecke immer geradeaus in Richtung Kilometer 20, die Sonne recht kräftig von vorne ins Gesicht scheinend. Wer es konnte, blickte zurück und gönnte sich den tollen Anblick auf die Bucht von Nizza. Hier hatten wir übrigens noch ein wohl ziemlich einmaliges Erlebnis: ein langsam fahrender TGV hupte mehrmals, der Zugführer lehnte sich aus dem Fenster und winkte uns Marathonis zu!

In Antibes ging es dann auf ein Kastell zu und einmal am Hafen entlang. Später durch eine Art Stadttor und dann gewaltig ansteigend entlang einer alten Stadtmauer ein Stück über der Meeresküste laufend. Ein grandioser Anblick - mit schweren Beinen als Preis .

marathon nizza cannes 2011   marathon nizza cannes 2011

Einer kleinen Halbinsel folgend ging es dann in die nächste Bucht, wo unsere Betreuer/innen standen und uns anfeuerten. Klar, dass jetzt die Beine schwer waren und jede Aufmunterung gut tat. Zuschauer konnten sich übrigens ein billiges Tagesticket kaufen und damit mit dem Zug mehrere Stellen der Strecke erreichen. Selbstverständlich feuerten auch die Bewohner alle Marathonis an, oft auch mit Namen, da dieser unter der Startnummer stand.

marathon nizza cannes 2011   marathon nizza cannes 2011

Es folgten noch ein paar gemeine Steigungen und Hügelchen, aber irgendwann vor uns dann ein Bogen mit der Aufschrift "Cannes" und bald auch die Promenade von Cannes, die allerdings noch ziemlich lange war!

marathon nizza cannes 2011   marathon nizza cannes 2011

Die Zuschauer/innen standen am Ende dicht an dicht, so dass wir unseren kleinen Endspurt immer wieder abbremsen mussten. Aber das war ja auch egal. Und dann kurz vor dem Ziel: der rote Teppich von Cannes und das Ziel!!!

ZIEL

Am Ziel gab es dann freundliche Helfer/innen, die auf kleinen Hockern den Zeitmesschip abknipsten und eine richtig schöne Medaille als Belohnung. Auch ein Finishershirt gab es für alle, nur die Zielversorgung war im Gegensatz zur tollen Versorgung auf der Strecke eher bescheiden - von dem großen Obststand am Ende mal abgesehen.

marathon nizza cannes 2011   marathon nizza cannes 2011

Was man wohl ohne Ärger sonst nie in Cannes machen darf, haben wir dann aber genossen: eine Palme auf dem Mittelstreifen gesucht und dort erst einmal abgehangen . Danach noch ein Bad im Mittelmeer (ich hatte die Klappe im Vorfeld etwas zu voll genommen und konnte jetzt nicht mehr zurück ), das aber wider Erwarten gar nicht so kalt war.

marathon nizza cannes 2011   marathon nizza cannes 2011 Lief bravourös ihren 1. Marathon

RÜCKFAHRT

Die Rückfahrt nach Nizza war problemlos mit dem Zug zu machen und war für uns Läufer/innen natürlich kostenlos.

FAZIT

Auch wenn für den mittleren Laufzeitbereich die Helfer/innen an manchen Verpflegungsstellen beim Füllen der Becher zu langsam waren, ein insgesamt toll organisierter Lauf mit freundlicher Organisation und (wenn vorhanden) netten Zuschauer/innen. Und die Strecke landschaftlich natürlich grandios (zumindest bei sonnigen Wetter, wie wir es hatten).


www.michael-schatz.de