Swiss Alpine Davos

31. Juli 2004

 
DAVOS

Hässlicher Ort, aber landschaftlich sehr schön gelegen.

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Vom Ort aus sind bereits nette Wanderungen möglich, mit der Rätischen Bahn auch Fahrten in die Berge über gigantische Viadukte und durch viele Tunnels.

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SWISS ALPINE

"The cracy peak experience": bald sollte ich wissen, was damit gemeint ist!

Angeboten wurden (neben WALK, TEAM und den Jugendläufen am Vortag) folgende Strecken:
K30: 30,8 km auf dem ersten Teil der Strecke
C42: 42,2 km auf dem ersten Teil der Strecke
K42: 42,2 km auf dem zweiten Teil der Strecke
K78: der Hauptlauf über 78,5 km


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START

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Nach einem eindrucksvollen Start geht es zunächst auf eine Ehrenrunde durch Davos (1538m).

Bei einem kleinen Testlauf am Vortag hat meine Wade, die ich mir bei einem Ausrutscher in einer Pfütze beim Havellauf gezerrt hatte, keine Probleme gemacht. Umso überraschender, dass es bereits nach etwa einem Kilometer in meiner Wade einen kräftigen "Schlag" tut. Ich laufe zwar sofort langsamer, aber der Wadenschmerz ist wieder da! Ich denke ans Aufhören, beschließe aber noch bis zum Ortsende weiter zu humpeln. Bis zum Ortsende habe ich dann allerdings einen "Patsch-Patsch"-Schritt gefunden, bei dem ich nur wenig abrolle und so dem Wadenschmerz ausweichen kann. In der Ebene und bergauf komme ich so einigermaßen voran, jedes Bergablaufen (vorüber sich alle anderen immer freuen), wird für mich zur Qual. So bin ich bald ziemlich abgeschlagen Letzter aus unserer SCC-Crew, habe aber wieder das Gefühl zwar lange zu brauchen, aber das Finishershirt auf jeden Fall zu bekommen!


DER ERSTE TEIL DER STRECKE

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Erste Pinkelpausen am Misthaufen kurz nach Davos

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Was im Höhenprofil als leichte Berabstrecke aussieht ist in Wirklichkeit bereits ein dauerndes Auf & Ab und enthält bereits mehrere Anstiege bei dem (fast) alle nur noch gehen!

Die Strecke ist aber bereits hier abwechslungsreich und ungeheuer schön: Wiesen, Schluchten, Straßen mit alten gemauerten Wänden, Waldwege (warum auch eine schöne Asphaltstraße laufen, wenn es daneben einen steilen Trampelpfad gibt?) und unvergesslich (für Leute mit Höhenangst vielleicht eher beängstigend) ein Eisenbahnviadukt.

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In Filisur (1080m), dem Ziel des K30, werde ich von Freuden begrüßt und nett angefeuert. Jetzt geht es steil hinauf nach Bergün (1362m), wo auch der K42 gestartet wird.


DER ZWEITE TEIL DER STRECKE

Nach einer kurzen, flachen Verschnaufpause durch Bergün geht es steil bergan, zunächst auf Asphalt, später über einen Bergpfad hinauf zur Keschhütte (2632m). Zu aller Anstrengung durch die Strecke brennt jetzt auch noch die Sonne gnadenlos vom wolkenfreien Himmel, und es gibt Temperaturen von über 30 Grad. Meine Wasserflasche verwende ich nicht zum Trinken sondern zum Kühlen meines Kopfes.

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Unterwegs treffe ich eine meiner Vereinsfreundinnen, und wir gehen ein Stück zusammen. Auf dem Bergpfad merke ich, dass ich völlig falsch trainiert habe. Längst wandern alle nur noch. Statt Berglauf hätte ich mal besser schnelles Walken üben sollen! Wegen der immensen Hitze muss ich viel trinken, gleichzeitig schmerzt aber dadurch mein Magen immer mehr. Ein Dilemma, das ich bis fast zum Ziel nicht lösen kann. Die Keschhütte will und will nicht kommen. Ich habe das Gefühl diese "blöde" Hütte wohl nie zu erreichen: der Puls ist zwar ok, die Beine werden aber immer schwerer. Dafür gibt es super tolle Anfeuerung von vielen Wanderern und ZuschauerInnen. Kurz vor der Keschhütte sitzt z.B. eine Gruppe, die schon weit vorher zu hören ist.

Endlich an der Keschhütte angekommen, beschließe ich einige Minuten Pause zu machen, mich mit Wasser aufzufüllen, aber gaaanz langsam, so dass mein Magen nicht mehr rebelliert.

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Von der Keschhütte (2632m) geht es über einen wunderschönen Panoramaweg zum Scalettapass (2606m). Die Strecke ist schmal und holprig, so dass der Blick auf die umgebenden Berge mit Schneefeldern und Gletschern eher gefährlich ist, der Blick nach unten auf den Weg wird aber belohnt: viele Blumen, darunter unerwartet viele Enziane stehen da. Kurz vor dem Pass geht es über einige Schneefelder, am Pass selbst wird man kurz von einem Arzt überprüft (Blick in die Augen, "Und?" ? "Ok"), und dann geht es bergab zurück nach Davos!

Bis Dürrboden (2007m) geht es über eine Stein- und Geröllhalde. Ich habe keine Ahnung warum, aber ich merke meine Wade überhaupt nicht mehr und renne wie ein Verrückter den Hang hinunter. Nach Dürrboden geht es flacher weiter, jetzt gibt es wieder Wiesen, Bäche und kleinere Hütten ? "Heidiland" hat eine meiner SCC-Mitläuferinnen diese Gegend genannt. Ich fliege nur so durch die Landschaft und laufe fast nur noch 5er-Schnitt. Wer aber denkt, es geht jetzt nur noch abwärts, hat den Sadismus der Streckenplaner unterschätzt. Viele kleinere Anstiege werden noch mitgenommen, statt glatter Asphaltstraße geht es über Viehweiden und Trampelpfade.

Aber irgendwann ist Davos erreicht und einer letzten Schleife geht es Richtung Stadion zu einen gigantischen Zieleinlauf. Ich habe mich selten so auf ein Ziel gefreut!

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(Foto von www.live-sportphotos.com)


"HELDEN/INNEN"

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Michael (9:45:52) / Bettina (10:46:05) / Daniel (9:20:02) / Siglinde (9:47:07) / Claus (9:22:36) (alle SCC Berlin)

Katharina K42: 4:56:44 / Marion K30: 2:22:15 (SCC Berlin)

Beste BerlinerInnen:
K30: Carlsohn Anja (1:58:08) 1.Platz Frauen
K30: Schierarend Andreas (2:22:15)
K42: Rüssmann Nicolas (3:50.03)
K42: Kemps Katharina (4:56:44)
K78: Tschöpe Frank (8:03:08)
K78: Hacke Siglinde (9:47:07)


FAZIT

Den nimmt mir keiner mehr!!!!

Wunderschöner & abwechslungsreicher, aber sehr anstrengender Landschaftslauf durch eine grandiose Landschaft - herrlich für eine 2-Tageswandertour, aber als Lauf: für mich NIE MEHR WIEDER! Ich bin zum (Berg-) Ultra wohl nicht geboren.



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